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M a h a   B a d m a a s h

Indien 1977 Ausführliche Kritik: hier.

 

M a h a b h a r a t

Indien 1988-90 Ausführliche Kritik: hier.

 

M a h a p u r u s h

Reviewed 5.6.06

Indien 1965 Seit dem Tod seiner Frau ist Gurupada Mitter (Prasad Mukherjee) ein gebrochener Mann. Als er auf der Rückfahrt von Benaras im Zug den Guru Birinchi Baba (Charuprakash Ghosh) trifft, ist er voller Freude und glaubt, seinen Erlöser gefunden zu haben. Der Guru reist mit seinem Assistenten (Robi Ghosh) und zieht den Alten mitsamt seiner Tochter Bunchki (Gitali Roy) in seinen Bann: Vater und Tochter werden zu seinen Anhängern. Dies zum Missfallen von Bunchkis Liebhaber Satya (Satindra Bhattacharya), der seinen Freund Nibaran (Somen Bose) bittet, den Guru als Betrüger zu entlarven.
"Mahapurush - The Saint" erschien 1965 im Tandem mit Kapurush - The Coward. Beide Werke sind knapp über eine Stunde lang, aber völlig eigenständig. Deshalb offeriert ihn die britische DVD des im Falle von Ray etwas unsinnig betitelten Labels "Bollywood Films" ihn auch als Einzelfilm. Er fällt in eine Periode von Rays Schaffen, die selbst von vielen seiner Anhänger als schwächste Phase abgetan wird: die Jahre 1965-1969 zwischen Klassikern wie Charulata und
Goopy Gyne Bagha Byne oder Aranyer Din Ratri. Tatsächlich offeriert die Satire, basierend auf Parashuram Rachits Kurzgeschichte Birinchi Baba wenig von Satyajit Rays gewohntem Genie. Es stecken einige spannende Denkansätze darin und der Film ist überraschend humorvoll, doch von Ray ist man eigentlich Besseres gewohnt. Die bescheidene Lauflänge von einer Stunde ist deshalb ein kleiner Segen.
Visuell wirkt "Mahapurush" etwas unentschlossen. Ray hat einen naturalistischen Anspruch, bricht ihn zwischendurch aber auf - so wird eine Rückblende gestoppt, als ein Zuhörer eine Frage stellt. Das Bild steht in dieser Zeit still. Und eine Verwandtschaftsbeziehung wird mittels eines eingeblendeten Diagramms illustriert. Dies stört den Look des Films leicht, hilft aber der lockeren, satirischen Atmosphäre: Man sollte den Stoff nicht zu ernst nehmen, scheint Ray dem Publikum zuzuwinken. Und den Rat sollte man ernst nehmen, dann hat man am meisten Spass.
Ziel der Schelte ist der Guru, der von sich behauptet, schon viele Jahrtausende gelebt zu haben und unter anderem Albert Einstein die Relativitätstheorie erklärt zu haben. Auch mit Jesus, Buddha und Plato hat er gesprochen. Seine Anhänger kommen nicht besser weg und werden als leichtgläubige Naivlinge hingestellt, durchaus eine harsche Kritik in einem Land, in dem Gurus, Heilige und sonstige Glücksprediger schon immer hohes Ansehen genossen.
"Mahapurush" amüsiert
dank diesen Attacken, ist kurzweilig inszeniert und generell sympathisch. Doch den Figuren fehlt es an starker Persönlichkeit, selbst der eigentliche Held Satya bleibt blass. Richtig enttäuscht war ich vom eigentlichen Höhepunkt, der zwar gross aufgegleist wird, aber schnell verpufft. Wieso Ray, der zuvor so viele Möglichkeiten nutzt, den Guru madig zu machen, hier nicht grösser auftrumpft, ist mir ein Rätsel. Verständlich also, warum "Mahapurush" zu den schwächeren Werken des Meisters gezählt wird. Von mir bekommt er knappe 3 Sterne, denn ein schwacher Ray ist doch immer noch ein solider Film.
Hier auf DVD erhältlich (Single Disk)
Hier auf DVD erhältlich (Satyajit Ray Collection #2, besseres Bild!)
Meine Disk (GB): Code 2 PAL. Bengalisch 5.1 mit englischen, deutschen und anderen Untertiteln. Vollbild. Nicht-Englische Untertitel sind mechanisch übersetzt und halbwegs lesbar. Hier ein Screenshot einer der schlechteren Textpassagen (Bild und Ton sind übrigens ziemlich mies).
Alternative Titel:
The Saint; The Holy Man
Regie: Satyajit Ray

Satire

Humor * *

Anspruch * *

Trade classification: -

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M a i n   T u l s i   T e r e   A a n g a n   K i

Indien 1978 Ausführliche Kritik: hier.

 

M a j h l i   D i d i

Indien 1967 Ausführliche Kritik: hier.

 

M a n   P a s a n d

Indien 1980 Ausführliche Kritik: hier.

 

M a n z i l   M a n z i l

Reviewed 19.2.06

Indien 1984 Der Fabrikbesitzer Malhotra (Khulbhushan Kharbanda) sucht schon seit vielen Jahren nach seinem Freund Gautam (Danny Denzongpa). Der hatte ihm vor 22 Jahren eine Million Rupien gegeben, damit Malhotra sein Unternehmen aufbauen kann. Doch die zwei verloren sich aus den Augen, während Malhotra steinreich wurde. Nun will er seinem Freund einen Anteil am Gewinn übergeben und gleichzeitig seine Tochter Seema (Dimple Kapadia) mit Gautams Sohn Vijay verheiraten, wie es geplant war. Da will es der Zufall, dass Vijay plötzlich auftaucht und Malhotra kurzum die Heirat von Seema arrangiert. Die verliebt sich in Simla jedoch in den jungen Sonu (Sunny Deol). Nach ihrer Rückkehr gibt sie dem Bitten des Vaters nach und heiratet Vijay - ohne zu ahnen, dass der eigentlich Rupesh heisst und der Sohn des Gangsters Niranjan Das (Prem Chopra) ist, der es nur auf Malhotras Geld abgesehen hat!
Nasir Hussain, der 1957 mit Tumsa Nahin Dekha aus Shammi Kapoor einen jugendlichen Superstar machte und mit seinen Filmen (u.a. Yaadon Ki Baaraat) die 60er und 70er massgeblich mitprägte, landete mit "Manzil Manzil" einen Flop. Einen letzten Versuch startete er ein Jahr später mit "
Zabardast", der ebenfalls scheiterte. Damit schwor Hussain dem Hindi-Kino ab und zog sich in die Produzenten-Rolle zurück. Sein Sohn Mansoor Khan übernahm den Regiestuhl und inszenierte mit Huassins Neffe Aamir Khan Qayamat Se Qayamat Tak, der, wie dreissig Jahre zuvor Tumsa Nahin Dekha, einschlug wie eine Bombe und das Bollywood-Kino der 90er-Jahre massgeblich prägte. Die Familie Hussain ist also immens wichtig für das moderne Hindi-Kino. Und selbst wenn "Manzil Manzil" nicht zu ihren grössten Würfen gehört, so ist es doch ein sehenswertes Werk.
Sunny Deol absolviert darin eine seiner ersten Rollen, nachdem er 1983 in "Betaab" debütierte. Er spielt mit einer gewissen Leichtigkeit, die ihm heute nicht mehr gelingt. An seiner Seite Dimple Kapadia, jene Sensation aus dem 1973er-Hit Bobby, die nach nur einem Film den Superstar Rajesh Khanna heiratete und zehn Jahre später wieder ins Filmbusiness zurückkehrte. Sie spielt passabel, auch wenn ihr jugendliches Flair aus Bobby-Zeiten bereits verflogen ist.
Doch genug mit Trivia: Wie ist der Film? Neben den soliden Darstellern überzeugt vor allem die Inszenierung. In bester 70er-Jahre-Manier mischt Nasir Hussain die Genres und drehte einen Lost-and-Found-Film der unterhaltsamen Art. Der Humor ist leichtfüssig, die Lieder von R.D. Burman sind gefällig und die Action kommt wohl dosiert. Gegen Schluss rutscht "Manzil Manzil" etwas gar stur in die gängige Lost-and-Found-Mechanik ab, wonach all die Handlungsstränge verknüpft werden müssen und die Familien glücklich vereint sein sollten. Das schafft er nur mit einer gigantischen Menge an Zufällen, Unglaubwürdigkeiten und Tricks, die dem Film allen Pfiff nehmen.
Für 162 unterhaltsame Minuten reicht es dennoch. Sunny-Fans dürften sich freuen, ihren Liebling mal in junger Frische zu sehen, auch wenn er damals fast genau so aussah wie 20 Jahre später - zumindest was die Frisur und das Schauspieltalent betrifft. Doch unter Hussains Regie wirkt er immerhin frischer als gewohnt und trägt den Film mit Hilfe von talentierten Nebendarstellern wie Kulbhushan Kharbanda und Danny Denzongpa auf seinen breiten Schultern.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (US): Code 0 NTSC. Urdu 1.0. mit englischen Untertiteln. Vollbild
Regie: Nasir Hussain

Action-
Romanze

Humor * *

Action * *

Trade classification: Flop

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M a r d o n   W a l i   B a a t

Indien 1988 Ausführliche Kritik: hier.

 

M e e r a

Indien 1979 Ausführliche Kritik: hier.

 

M e h b o o b a

Indien 1976 Ausführliche Kritik: hier.

 

M e l a

Reviewed 3.12.05

Indien 1948 In einem indischen Dorf: Manju (Nargis) und Mohan (Dilip Kumar) sind seit ihrer Kindheit die dicksten Freunde. Das junge Paar beschliesst darum, ihre Zuneigung offiziell zu machen - und zu heiraten. Das passt dem Schurken Mekhu, der längere Zeit in der Stadt gelebt hat, gar nicht. Als Mohan beim Kauf der Hochzeits-Juwelen in der Stadt überfallen wird und ins Spital muss, erklärt der intrigante Mekhu der Dorfbevölkerung, Mohan habe ein Mädchen aus der Stadt geheiratet. Manjus Herz ist gebrochen, doch der Dorfrat geht noch weiter und lässt den Heiratstermin bestehen. Dafür soll Mekhu einen neuen Gatten vermitteln. Gegen fürstliche Bezahlung findet er einen. Erst nach der Eheschliessung merken der Gatte und Manju, dass sie betrogen wurden: Er ist ein alter Witwer mit vier Kindern und wollte keine so junge Frau. Doch sie raufen sich zusammen. Da taucht Mohan wieder auf ...
Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Leid: "Mela" ist voll davon. Das Melodrama dürfte mit dieser Konzentration an Qual und Kummer selbst für hartgesottene Bollywood-Fans zu viel des Guten sein. Obwohl der 40er-Jahre-Hit eher bescheidene 142 Minuten lang ist, kam ich mir vor wie in einem nicht enden wollenden Leidensepos. Immer wieder hält die bescheidene Handlung an und die tränenüberströmten Akteure Klagen ihre Pein ins Leere. Und wenn sie nicht am Klagen sind, dann leiden sie still vor sich hin. Mit der Zeit setzt dies wirklich physisch zu und die Versuchung, zur Vorspultaste zu langen, wächst zu einem Verlangen von bergversetzender Intensität.
Dabei ist "Mela" im Bollywood-historischen Kontext ein durchaus wichtiger Film, markiert er doch die erste Zusammenarbeit von Dilip Kumar und Nargis. Die beiden spielen denn auch ziemlich gut, wenngleich Regisseur S.U. Sunny sie offensichtlich zu theatralischer Mimik verdonnert hat. Besonders Dilip erlaubt dies eindrücklich zu zeigen, warum er der "King of Tragedy" ist. Für eine gewisse Zeit ist dies durchaus interessant, doch es setzt zu. Mitschuld hat auch Sunny, der von Anfang an ein lethargisches Erzähltempo anschlägt. Dies verdeutlicht schon die erste halbe Stunde, die vier Lieder aufweist. Ich war nie ein grosser Fan der klassischen Bollywood-Lieder, denen eine starke Monotonie anhängt, und in "Mela" dauert es nicht lange, bis es einfach zuviel wird.
Später im Film türmen sich die Dramen und die nervtötenden Fehlentscheidungen. Wie etwa die Dörfler dem Schurken folgen, ohne ihre Aktion durch eine Zweitmeinung abzusichern, ist Hirn-zermantschend blöd und nur ein Konstrukt, um das fatalistisch angetriebene Leidenskarussell einen Gang höher zu schalten. Ausserdem werden die Lieder noch schwerer zu ertragen. Alle paar Minuten setzt sich Nargis hin und fleht heulend. Dass die Songs auf der Babu-DVD nicht untertitelt sind, macht die Sache noch mühsamer - aber ehrlich gesagt ist ein Verstehen nicht zwingend nötig. Man ahnt, worum es geht: "Oh ich arme Kreatur, ich verzweifle. Gott hilf mir, beende mein Leid, erhöre mein Flehen". Man bekommt Trommelfellsausen schon beim Gedanken daran.
"Mela" repräsentiert somit die Art Hindi-Melodrama früherer Jahre, die mit theatralischem Schauspiel, einem Übermass an Songs, grenzenlosem Leid und interssanten, wenn auch etwas aufdringlichen Licht-Schatten-Spielen die Zuschauer auf eine Gefühls-Achterbahn locken, welche zu Magenverstimmung führt. Als Bollywood-Fan ist man bereit, ein gewisses Mass an göttlich dirigiertem Leid zu ertragen, doch in Filmen wie "Mela" stösst man damit einfach an die Grenzen. Mich würde es jedenfalls nicht erstaunen, wenn sich bereits melancholische Personen nach so einem Film schnurstracks von der nächsten Brücke stürzen.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (US): Code 0 NTSC. Hindi 2.0. mit englischen Untertiteln. Vollbild
Regie: S.U. Sunny

Melodrama

Spannung *

Gefühl *

Trade classification: Hit

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M  e r a   G a o n   M e r a   D e s h

Indien 1971 Ausführliche Kritik: hier.

 

M e r a   S a a y a

Indien 1966 Ausführliche Kritik: hier.

 

M e r e   H a m d a m   M e r e   D o s t

Indien 1968 Ausführliche Kritik: hier.

 

M e r e   M e h b o o b

Indien 1963 Ausführliche Kritik: hier.

 

M e r e   S a p n o   K i   R a n i

Indien 1997 Ausführliche Kritik: hier.

 

M i l i

Indien 1975 Ausführliche Kritik: hier.

 

M i r c h i   -   I t ' s   H o t !

Indien 2004 Ausführliche Kritik: hier.

 

M i r c h   M a s a l a

Indien 1987 Ausführliche Kritik: hier.

 

M i s s   M a r y

Reviewed 26.2.06

Indien 1957 Der alte Mr. Rai schickt seinen Hobby-Detektiv R.K. Raju (Kishore Kumar) aus, um nach einem verheirateten Pärchen aus Lehrer und Lehrerin für seine Schule zu suchen. Gleichzeitig soll Raju auch weiterhin Ausschau nach Laxmi halten, die Tochter der Rais, die vor vielen Jahren verschwunden ist. Ein Lehrer-Pärchen scheint bald gefunden: Miss Mary (Meena Kumari) und Arun (Gemini Ganesan). Die Rais stellen sie ein, ohne zu ahnen, dass sie nicht verheiratet sind: Arun ist ein Arbeitsloser, der auf die Annonce hin Miss Mary, die Tochter eines alten Christen-Ehepaars, gebeten hat, seine Frau "zu spielen", damit sie beide die Jobs bekommen. Die Arbeit macht den beiden schnell Spass, auch wenn das eheliche Zusammenleben durchaus Probleme bereitet. Als die junge Sita (Jamuna) aus reichem Hause bei Arun Tanz- und Gesangsunterricht nimmt, wächst in Mary die Eifersucht.
Meena Kumari ist bekannt für ihre kraftvollen Darstellungen leidender Hindu-Frauen. Umso schöner, sie in einer ihrer wenigen Rollen zu sehen, in denen sie nicht von Martyrium und Selbstzweifeln geplagt ist, sondern genüsslich ihr komödiantisches Talent ausspielen darf. "Miss Mary", eine indische Spielart des "Anastasia"-Themas, ist im Vergleich zu Filmen wie
Sahib Bibi Aur Ghulam oder Pakeezah natürlich banaler Stoff, aber keinesfalls schwächer. Kumaris Wechsel zwischen arrogant-hochnäsigen Gesten, schmollendem Blick und freudvollem Lachen ist alleine schon ein Grund, sich den Film anzusehen, denn sie meistert alles einfach mit Bravour.
An ihrer Seite verblassen die Männer, darunter der eigentliche Star, Gemini
Ganesan
, der aber auch seine witzigen Szenen hat. Kishore Kumar amüsiert ebenso, unter anderem in einer Szene, in der er bei einem Vorsingen scheitert. Umso lustiger, da Kumar einer der wenigen Bollywood-Stars war, die auch singen konnten und in seinem Fall die Stimm-Karriere die Spiel-Karriere sogar überschattete. Zu diesem Trio gesellen sich vorzügliche Nebendarsteller, welche den flotten Geist des Films makellos übernehmen und über 141 Minuten tragen.
In der letzten halben Stunde hätte Regisseur L.V. Prasad (der einst als Schauspieler in den ersten Tonfilmen der Sprachen Hindi, Tamil und Telugu mitspielte) das Tempo etwas erhöhen müssen. Das Finale selbst geht zwar zackig vonstatten, aber davor werden lediglich Elemente wiederholt, die nach zwei Stunden Laufzeit bereits genügend behandelt wurden. Dass eine Vielzahl von Songs dicht hintereinander eingespielt wird, erhöht das Tempo auch nicht gerade. Die Songs selbst sind alle gut, wobei ich wohl nie zum grossen Fan der klassischen Hindi-Filmmusik der 30er-50er-Jahre mutieren werde. Das ist jedoch bloss mein Problem und soll euch nicht hindern, diese köstliche, blendend gespielte und frisch inszenierte Komödie in eure Sammlung aufzunehmen. Es lohnt sich auf alle Fälle! Und sei es nur für Meenas Blicke.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (US): Code 0 NTSC. Hindi 2.0. mit englischen Untertiteln. Vollbild
Regie: L.V. Prasad

Komödie

Humor * * *

Spannung *

Trade classification: -

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M r i t y u d a a t a

Reviewed 25.3.06

Indien 1997 Um dem korrupten Minister Mohanlal (Ashish Vidyarthi) zum Aufstieg zu verhelfen, tötet der Killer Rana (Mukesh Rishi) etliche von dessen Gegnern. Nur der Oppositionsführer Trilochand "T.T." Tripathi (Paresh Rawal) bleibt eine Gefahr. Beim Versuch, T.T. auszuschalten, wird er schwer verletzt und ins Spital gebracht. Dort rettet ihm der beste Arzt der Stadt das Leben: Dr. Ram Prasad Ghayal (Amitabh Bachchan). Der ist ein Wrack, seit er seine Frau Janki (Dimple Kapadia) und seinen Sohn Bharat (Arbaaz Ali Khan) verloren hat. Schuld daran waren Mohanlal und seine Spiessgesellen: Sie entrissen Bharat seine Geliebte Reenu (Karishma Kapoor) und schoben ihm eine Straftat unter, was eine Kette des Leids in Gang setzte.
1991 gönnte sich Amitabh Bachchan eine kreative Pause. Der Superstar des 70er-Kinos war zwar noch in Filmen wie Insaniyat zu sehen, doch die entstanden alle vorher. Das gross aufgezogene Comeback kam erst 1997 mit "Mrityudaata". Doch wer vermutete, Amitabh habe aus den Fehlern seiner vorherigen Flops gelernt, der irrte: Der gealterte Star spielte abermals den Helden mit schwingenden Fäusten und donnernden Reden. Seine Rückkehr ins Filmbusiness geriet deshalb zur Lachnummer und floppte. Das schmerzte Big B doppelt, da er den Quatsch auch produzierte.
Das Hauptproblem des Films ist tatsächlich Amitabh selbst: Mit 55 Jahren spielt er nicht den Vater, sondern den Bruder des jungen Arbaaz Ali Khan. Er ist der Held, der zehn Schurken auf einmal verdrischt. Seine Filmmutter wird gespielt von Farida Jalal, die in früheren Tagen seine Schwester verkörperte. Kurz: Der Star ist viel zu alt für diese Rollen und der ganze Film dadurch fast schon peinlich. Doch zu Amitabhs Schutz muss man anfügen, dass auch der Rest gaga ist.
Regisseur Mehul Kumar, der 2004 aus einer tragischen Vergewaltigung den unsäglichen Reisser Jagoo zimmerte, bindet den Zuschauern soziales Gewissen auf und nutzt dazu die Mittel des Trashs. Seine Bösewichter sind Karikaturen, ihre Taten überzogen. "Mrityudaata" will gleichsam Masala-Kino und sozialer Weckruf sein, ein Mix, der nur Gelächter provoziert. Und da auf dem Film gehöriger Druck lastete, inszenierte Kumar alles auch noch mit grossem Bombast. Teure und durchaus solide Actionszenen wurden eingebaut, Stars für unwichtige Rollen eingekauft.
Dieser Politik fiel unter anderem Karishma Kapoor zum Opfer, deren Part nicht viel taugt. Dimple Kapadia ist ebenso unterverwendet und Arbaaz Ali Khan bleibt in seiner kurzen Rolle öde. Die Bösewichter machen mehr Laune - auf Trash-Ebene. Vor allem Paresh Rawal und Ashish Vidyarthi als schmierige Politiker. Ebenso mit dabei sind der chargierende Mukesh Rishi, der lächerliche Deepak Tijori, der Altstar Pran, Farida Jalal in einem Mini-Auftritt und Sänger Daler Mehdi in einer Gastrolle. Diese Star-Crew garantiert dem geneigten Bollywood-Fan immerhin ein paar Glücksmomente, doch da jeder ausser Amitabh selbst eine schwache Rolle spielt, bleibt die Freude getrübt.
Oft kann die Musik ein solches Desaster noch retten. Keine Chance hier: Die Kompositionen sind lustlos, ihre Inszenierung in den Schweizer Alpen uninspiriert. Big B und Dimple auf saftigen Wiesen flirten zu sehen, ist auch nicht gerade das höchste der Gefühle. Doch es passt zum allgemeinen Trash-Gefühl dieses Films. Wenn Amitabh nach schrecklich holpriger Beschuldigungs- und Missverständnis-Phase endlich zur grossen Revanche ausholt, ist es längst zu spät. Der Film und seine lästig polemische Botschaft gehen unter. Für Amitabh schien dies auch der Untergang zu sein, zumal er sich mit Schrott wie Major Saab noch weitere Tiefschläge leistete. Doch siehe da: Anfang des neuen Jahrtausends erholte er sich und wechselte in altersgerechte Rollen. Hits wie Mohabbatein und Kabhi Khushi Kabhie Gham legen davon Zeugnis ab. Heute ist er wieder ganz oben. Und "Mrityudaata" dürfte er verdrängt haben. Sollten wir auch: knapp 2 Sterne.

Hier auf DVD erhältlich
Meine Disk (US): Code 0 NTSC. Hindi 2.0. mit englischen Untertiteln. Widescreen (nicht anamorph).
Regie: Mehul Kumar

Actiondrama

Spannung *

Action *

Trade classification: Flop

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M u j r i m

Indien 1958 Ausführliche Kritik: hier.

 


 

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