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Komödie
Japan 1969
Alternative Titel Otoko wa tsurai yo; Am I Trying; It's Tough Being a Man; Tora-San 1; 男はつらいよ

Regie Yoji Yamada
Drehbuch Yoji Yamada, Azuma Morisaki
Darsteller Kiyoshi Atsumi, Chieko Baisho, Sachiko Mitsumoto, Chishu Ryu,
Masaaki Tsuaka, Gin Maeda, Takashi Shimura, Shin Morikawa, Gajiro Satoh, Chieko Misaki

Länge 91 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung
o.A.

 

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
. .

©  Text Marco, molodezhnaja 14.6.08
©  Bilder Shochiku, Screenshots molodezhnaja


STORY
Nach einem Streit mit seinem Vater zog Torajiro Kuruma (Kiyoshi Atsumi) vor zwanzig Jahren von daheim aus. Seither verdient er sich als Strassenhändler ein wenig Geld. Doch nun kehrt er nach 20 Jahren wieder nach Shibamata in Tokios Bezirk Katsushika zurück. Seine Eltern und sein Bruder sind tot. Nur noch seine Schwester Sakura (Chieko Baisho) lebt und wohnt bei Onkel Tatsuzo (Shin Morikawa) und Tante Tsune (Chieko Misaki). Die drei empfangen Tora mit offenen Armen. Als Sakura zum Essen bei den Verwandten ihres Verlobten, der im selben Bürogebäude wie sie arbeitet, eingeladen ist, nimmt sie Tora mit. Ein Fehler: Er weiss nicht, wie er sich benehmen soll und blamiert Sakura derart, dass die Beziehung in die Brüche geht. Die Schwester verzeiht ihrem Bruder jedoch und startet einen neuen Anlauf mit dem Fabrikarbeiter Hiroshi (Gin Maeda). Wird Tora auch diese Beziehung durch seine Ungeschicktheit zerschlagen?

 

REVIEW
Acht "Pink Panther"-Filme hat Blake Edwards gedreht. W.S. van Dyke brachte es auch vier "Thin Man"-Episoden, Terence Fisher auf fünf "Frankenstein"-Filme und Ishiro Honda auf acht "Godzilla"-Spektakel. Alles beachtliche Arbeiten, welche die Regisseure auf Lebzeiten mit diesen Kinoserien verbanden. Doch im Vergleich zu Yoji Yamada ist das gar nichts. Man kommt einfach nicht umher, die ungeheure Statistik anzuschauen: Der 1931 geborene Regisseur solcher hochgelobter Filme wie Twilight Samurai und Love and Honor drehte in seiner Karriere 46 der insgesamt 48 "Tora-San"-Filme. Zu allen schrieb er das Drehbuch. Das heisst, zwischen 1969 und 1996, als Hauptdarsteller Kiyoshi Atsumi verstarb, brachte Yamada im Schnitt jedes Jahr zwei "Tora San"-Werke in die Kinos und fand dazwischen trotzdem noch Zeit für preisgekrönte andere Produktionen.

Das brachte ihm bzw. der Serie einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde, auch wenn die "Wong Fei Hung"-Serie aus Hongkong mit Kwan Tak Hing es auf beinahe hundert gebracht haben soll - wenn auch nicht unter demselben Regisseur. Yoji Yamada hingegen war untrennbar mit "Tora-San" verbunden, machte die Figur zu einem Goldesel für die Firma Shochiku und sorgte dafür, dass Toras Kino-Rückkehr gefeiert wurde wie die alljährliche Wiederkehr von Santa Claus. Die Filme bekamen schon fast etwas Rituelles, denn inhaltlich unterschieden sie sich kaum: Der tollpatschige Tora kehrt in seine Heimatstadt zurück, wo er für Chaos sorgt und sich in eine Frau verliebt. Die bricht ihm das Herz und er wandert wieder von dannen. Simpel. Schon der erste Teil "Tora-San, Our Lovable Tramp" folgt mehr oder weniger diesem Muster und es ist beachtlich, wie deutlich Yamada das Bild seines Charakters bereits vom Start weg gezeichnet hat.

Doch hinter der fast unglaublichen Statistik drohen die Filme selbst etwas zu verblassen - zu Unrecht. Denn schon die erste Episode offenbart sich den Zuschauern als wundervolles Kleinod, in dem Yamada zeigt, wie blendend er mit dem Schicksal der normalen Menschen umgehen kann. Seine simple Geschichte um einen Dorftrottel birgt ebenso viel Herz wie Schalk und man kann gar nicht anders, als den Film einfach zu lieben. Das ist sicher auch Hauptdarsteller Kiyoshi Atsumi zu verdanken, der Tora als bemitleidenswerten, etwas dümmlichen und vor allem ungeschickten Mann spielt, der mit seiner ungehobelten und direkten Art immer wieder aneckt. Mit der oft steifen japanischen Lebensart kann er nicht viel anfangen, schliesslich ist er einer der letzten Strassenhändler des Landes, die es gewohnt waren, ihre Produkte lautstark anzupreisen.

Im modernen Japan ist Tora dagegen fehl am Platz, was Yamada mit ein paar Szenen, die inmitten der Hochhäuser Tokios spielen, deutlich macht. Doch selbst innerhalb der Familie bleibt Tora ein Fremdkörper: Der Onkel nennt ihn immer wieder Trottel und wenn Tora in einer Szene die Hand ausrutscht und er seine Schwester schlägt, dann präsentiert er sich aller Welt auch noch als Rüpel. Trotz all seiner Fehler muss man ihn aber einfach gern haben. Die Ohrfeige bereut er mit Tränen in den Augen, seine Tritte ins Fettnäpfchen versucht er wegzutrinken oder wegzulachen. Er ist ein einfaches Gemüt und gerade darum wohl so ansprechend.

Neben Atsumi spielt die bezaubernde Chieko Baisho seine Schwester, eine Rolle, die auch sie in jeder Folge wiederholte. Sachiko Mitsumoto, die wie Baisho übrigens in Yamadas Hidden Blade zu sehen ist, gibt die Angebetete in dieser Episode. Später wechselten sich die Frauen immer wieder ab und wurden von den Fans "Madonnas" genannt. Für einen kleinen, aber feinen Part, konnte Yamada zudem den Altstar Takashi Shimura gewinnen: Er verkörpert den Vater von Hiroshi und sein einziger Monolog, nach langem Schweigen, geht einem direkt ins Herz. Ich hatte feuchte Augen. Doch auch zu lachen gibt es mehr als genug. In einer an sich fast schon plumpen Szene sagt der Priester (Chishu Ryu) beim Fotografieren statt dem bekannten "Cheeeese" versehentlich "Butter" und steht daher mit weit geöffnetem Mund vor Toras Kamera.

Yamada war eben schon damals ein Meister der kleinen Gesten, der alltäglichen Beobachtungen. Seine Bilder sind edel komponiert, die Montage lässt die Ereignisse schwungvoll voran kommen - doch das könnten auch andere Regisseure. Yamada hingegen hat eine beneidenswerte Gabe, neben dem handwerklichen Geschick auch eine grosse Menschlichkeit zu besitzen und diese auch auf die Leinwand bringen zu können. Seine Figuren haben oft frappante Fehler und ihr Leben ist alles andere als ein Zuckerschlecken - und gerade darum entwickeln sie eine solche Ehrlichkeit, solch leises Pathos. Vergleichbar vielleicht mit einigen der frühen Werke von Zhang Yimou, jedoch auch mit einem Hauch von Ozu. Oder eben ganz Yamada. Selbst vermeintliche Fliessbandarbeit wie die "Tora-San"-Reihe wird in seinen Händen zu sehenswerter Filmkunst.

Alle Episoden
Bemerkungen in grün

1. Tora-San, Our Lovable Tramp, 1969 * * * *   ... Die erste Folge; Highlight #1
2. Tora-San's Cherished Mother, 1969 * * * ½
3. Tora-San, His Tender Love, 1970 * * * ½
4. Tora-San's Grand Scheme, 1970 * * *
5. Tora-San's Runaway, 1970 * * *
6. Tora-San's Shattered Romance, 1971 * * * ½
7. Tora-San, the Good Samaritan, 1971 * * * ½
8. Tora-San's Love Call, 1971 * * * ½
9. Tora-San's Dear Old Home, 1972 * * * *   ... Erste Folge mit einer Traumsequenz; Highlight #2
10. Tora-San's Dream Come True, 1972 * * *
11. Tora-San's Forget Me Not, 1973 * * * ½
12. Tora-San Loves an Artist, 1973 * * * ½
13. Tora-San's Lovesick, 1974 * * * ½
14. Tora-San's Lullaby, 1974 * * *
15. Tora-San Meets the Songstress Again, 1975 * * * ½
16. Tora-San, the Intellectual, 1975 * * * ½
17. Tora-San's Sunrise and Sunset, 1976 * * * ½
18. Tora-San's Heart of Gold, 1976 * * * ½
19. Tora-San Meets His Lordship, 1977 * * * ½
20. Tora-San Plays Cupid, 1977 * * * ½
21. Tora-San's Stage-struck , 1978 * * *
22. Tora-San's Talk of the Town, 1978 * * * ½
23. Tora-San, the Matchmaker, 1979 * * *
24. Tora-San's Dream of Spring, 1979 * * * ½
25. Tora-San's Tropical Fever, 1980 * * * *   ... Highlight #3
26. Tora-San's Foster Daddy, 1980 * * * ½
27. Tora-San's Many-Splintered Love, 1981 * * * ½   ... Erste Folge mit
Hidetaka Yoshioka als Mitsuo
28. Tora-San's Promise, 1981 * * * ½
29. Tora-San, the Expert, 1982 * * * ½
30. Hearts and Flowers for Tora-San, 1982 * * * ½
31. Tora-San's Song of Love, 1983 * * * ½
32. Tora-San Goes Religious, 1983 * * * *
33. Tora-San's Marriage Counselor, 1984 * * * ½
34. Tora-San's Forbidden Love, 1984 * * * ½
35. Tora-San's The Go-Between, 1985 * * * ½
36. Tora-San's Island Encounter, 1985 * * * *   ... Highlight #4
37. Tora-San's Bluebird Fantasy, 1986 * * * ½
38. Tora-San Goes North, 1987 * * * ½   ... Mit Toshiro Mifune
39. Tora-San Plays Daddy, 1987 * * * ½
40. Tora-San's Salad-Day Memorial, 1988 * * * *   ... Highlight #5
41. Tora-San Goes to Vienna, 1989 * * * ½   ... Einzige Folge im Ausland
42. Tora-San, My Uncle, 1989 * * * ½
43. Tora-San Takes a Vacation, 1990 * * ½
44. Tora-San Confesses, 1991 * * *
45. Tora-San Makes Excuses, 1992 * * * ½
46. Tora-San's Marriage Proposal, 1993 * * * ½
47. Tora-San's Easy Advice, 1994 * * *
48. Tora-San to the Rescue, 1995 * * * ½   ... Die letzte Folge
 

 

MEINE DVD
Hongkong, Code 3, NTSC
Bild: Letterboxed Widescreen
Ton: Japanisch 5.1 mit englischen und chinesischen Untertiteln.

 

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