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Actionthriller

Südkorea 2010
Alternative Titel Ajeossi; Mister; 아저씨

Regie und Drehbuch Lee Jeong-beom
Darsteller
Won Bin, Kim Sae-ron, Kim Tae-hoon, Kim Hee-won, Kim Seong-oh,
Lee Jong-pil, Thanayong Wongtrakul, Kim Hyo-seo, Song Yeong-chang

Zuschauer 6'227'000
Länge
119 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung
ab 18

 

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik

©  Text Marco, molodezhnaja 12.3.2011
©  Bilder xxx, Screenshots molodezhnaja


STORY
Der Ex-Killer Cha Tae-sik (Won Bin) betreibt einen Pfandleihladen in einem heruntergekommenen Quartier in Seoul. Seit er im Knast sass, will der junge Mann am liebsten unauffällig leben. Die einzige Person, die er an sich heranlässt, ist das Nachbarsmädchen So-mi (
Kim Sae-ron
). Doch deren Junkie-Mutter Hyo-jeong (Kim Hyo-seo) hat sich zu einem Überfall überreden lassen. Die erbeuteten Drogen hat sie in ihrer Kameratasche deponiert, die wiederum bei Tae-sik landet. Als zwei sadistische Gangsterbrüder (Kim Tae-hoon, Kim Hee-won) Mutter und Tochter kidnappen und sich die Tasche bei Tae-sik mit Gewalt holen, tritt der Einzelgänger wieder in Aktion. Nunmehr verfolgt von den Brüdern, dem Syndikat des Gangsterbosses Oh Myeong-gyoo (Song Yeong-chang) sowie der Polizei versucht Tae-sik, das Mädchen zu retten sowie Organ- und Kinderhandel im grossen Stil auffliegen zu lassen.

 

REVIEW
Teils "Leon", teils "Taken", teils "Man on Fire" - aber letztendlich vollumfänglich koreanisch: "The Man from Nowhere" ist nicht der Gipfel der Originalität, aber düster-brutale Unterhaltung der höchsten Art. Vielleicht Koreas bester Beitrag zum Heroic-Bloodshed-Genre seit dem mancherorts etwas hoch gehypeten A Bittersweet Life. Der Unterschied zu Kim Ji-woons Film von 2005? Jener war stilisiert und hochveredelt, während "The Man from Nowhere" sich lieber in Bodenständigem suhlt. Kämpfe sind roh und direkt, Bilder simpel, aber effektiv, Figuren rudimentär, aber stets fassbar. Regisseur Lee Jeong-beom (Cruel Winter Blues) weiss genau, wie er langsam und vermeintlich simpel einsteigt, nur um von Minute zu Minute mehr aufzudrehen.

Das gilt für das Tempo ebenso wie für die Intensität. Während andere koreanische Thriller mit ihrer Brutalität rasch loslegen, geizt Lee anfänglich damit. Er schneidet bei einigen blutigen Szenen sogar weg, wodurch der Eindruck entsteht, man werde hier nicht mit exzessiven Metzeleien geschockt. Doch dies ist eine clevere Taktik, um uns kontinuierliche Steigerung des Blutzolls zu gewöhnen. Aus einer kurzen Folter per Fön werden bald Attacken mit einem Hackbeil. Messerstechereien folgen, Schiessereien, Folter, Blut. Und ehe wirs uns versehen sind wir mittendrin in einem der besten Stich- und Schusskämpfe der letzten Jahre. Was Lee Jeong-beom bei diesem Fight in einem hell erleuchteten auftischt, macht den Film alleine schon furios.

Doch es gibt mehr, vor allem Won Bin. Er nimmt die die mittlerweile zum Klischee verkommene Rolle des ruhigen, einzelgängerischen Killers, dessen harte Schale von einem Mädchen geknackt wird - und macht daraus eine sehenswerte und eindrückliche Darbietung in Minimalismus. Der einstige TV-Schönling ist definitiv zum Charaktermimen gereift, das wissen wir zwar spätestens seit Mother, aber da er "The Man from Nowhere" beinahe im Alleingang trägt, ist seine Leistung hier noch eindrücklicher. Gänzlich solo agiert er freilich nicht, Hilfe gibts unter anderen von der überzeugenden Kinderschauspielerin Kim Sae-ron aus dem vorzüglichen A Brand New Life.

Der Thailänder Thanayong Wongtrakul (Curse of the Sun) sorgt für Action, Kim Tae-hoon und Kim Hee-won für Unberechenbarkeit. Doch mit Schauspielern, Gewalt und sauberer Inszenierung kann sich ein koreanischer Thriller noch lange nicht aus der Masse abheben - es gibt zu viele Werke der "toll gemacht, aber austauschbar"-Kategorie. Dieser Film gehört da mit Nachdruck nicht hinein. Das liegt wiederum am Drehbuch und seinen virtuosen Einzelszenen. Der langsame Anstieg des Gewaltpegels ist nicht das einzige, was im Verlauf der Geschichte zunimmt. Auch die Dramatik erreicht stets neue Höhepunkte. Eine Rückblende in Tae-siks Vergangenheit ist von solch einfacher, aber herzzerreissender Tragik, dass sein Charakter innert Sekunden definiert wird.

Andere Höhepunkte, abseits des bereits erwähnten Messerstech-Finales, das man gar nicht mit genug Lob überschütten kann, sind ein Kampf in der Toilette, der Ein-Mann-Angriff auf ein Drogenlabor, die Flucht durch ein Fenster - und vieles mehr. Lee Jeong-beom weiss genau, wie er mit Zeitlupe und Musikeinsatz jeder Sequenz die nötige Kraft verleiht. Sei es emotional oder brachial, im Dienste einer Katharsis oder schlicht der Spannung. Mag sein, dass viele der Gangsterfiguren chargierende Stereotypen sind, die Story nicht mit Originalität gesegnet ist, dass die Kinder als Opfer ein viel zu simples Mittel sind, um unser Mitgefühl zu generieren, und dass manche dunkeln Bilder zu fad wirken. Doch wen juckt das, wenn das Resultat einfährt?

 

MEINE DVD
Südkorea, Code 3, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Koreanisch 5.1 und 2.0 mit englischen und koreanischen Untertiteln.

 

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EXTERNE LINKS 
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Hancinema

 

SCREENSHOTS

Screenshots der DVD mit TotalMedia Theatre 3, verkleinert und leicht geschärft mit CorelPaint


 

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