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Episodenfilm
Japan / Frankreich / Südkorea / Deutschland 2008
Alternative Titel -

Regie Michel Gondry, Leos Carax, Bong Joon-ho
Produktion Masa Sawadam Michiko Yoshitake
Darsteller siehe Einzelepisoden

Länge 112 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung
ab 6

 

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
.

©  Text Marco, molodezhnaja 20.5.09
©  Bilder Widemedia, Screenshots molodezhnaja


1) INTERIOR DESIGN

Regie Michel Gondry
Darsteller Ayako Fujitani, Ryo Kase, Ayumi Ito

Kultregisseur Michel Gondry, der Mann hinter dem grandiosen Eternal Sunshine of the Spotless Mind, macht den Auftakt zu dieser Drei-Episoden-Hommage an die japanische Hauptstadt. Steven Seagals Tochter Ayako Fujitani und Ryo Kase (Letters from Iwo Jima) spielen darin das Pärchen Hiroko und Akira, das in Tokio auf der Suche nach einem Apartment ist. Er ist ein Filmemacher, sie eine ziellose junge Frau. Die beiden kommen in der winzigen Wohnung einer Kollegin unter, leiden jedoch schon bald unter ihrer Erfolglosigkeit in der Grossstadt. Eines Morgens erwacht Hiroko jedoch als Stuhl!

Das Thema ist typisch Gondry, auch wenn anfänglich wenig darauf hindeutet. Doch mit der Verwandlung Hirokos begeben wir uns auf ein Terrain, das er mit früheren Werken bereits ausgelotet hat. Die Story, basierend auf einem Comic von Gabrielle Bell, erinnert lose an die Geschichte "“The Human Chair” des japanischen Autors Edogawa Rampo, die unter anderem bereits in den Roman Porno Watcher in the Attic einfloss. Gondry macht sie jedoch komplett sein eigen und nutzt sie als Ausgangspunkt für zwei Ideen: Zum einen macht er sich über die Platzverhältnisse in Tokios legendären Mini-Wohnungen lustig, indem die Apartments absurd klein geraten sind.

Zum anderen handelt "Interior Design" von der Ziellosigkeit der Jugend, der Suche nach dem Sinn im Leben - selbst wenn der nur als Stuhl vorhanden ist. Ein halbwegs amüsanter, wenn auch wenig aufregender und ziemlich öde aufgebauter Einstieg in einen Episodenfilm, der nicht exakt gleich konstruiert ist, wie sein ideologisches Vorbild "Paris, je t'aime". Wo jener echte Kurzfilmchen über die Stadt aneinanderreihte, sind es hier beinahe eigenständige kleine Spielfilme mit kompletter Handlung. Hinter der Kamera standen drei Nicht-Japaner, was "Tokyo!" zu einem interessanten Blick von aussen macht - Klischees über die Metropole inklusive.

 

2) MERDE

Regie Leos Carax
Darsteller Denis Lavant, Jean-François Balmer, Renji Ishibashi

Mit der zweiten Episode gibt Leos Carax neun Jahre nach seinem Reinfall "Pola X" ein Comeback. Der Franzose, der zeitlebens primär wegen seinem besten Film "Les amants de Pont Neuf" in Erinnerung bleiben wird, liefert denn auch gleich den schwächsten Beitrag ab. Er dreht sich um einen Gnom (Denis Lavant), der in der Kanalisation Tokios lebt. Immer wieder steigt er empor und belästigt die Bevölkerung. Als er sogar so weit geht, mit Handgranaten um sich zu schiessen, stürmt ein Spezialkommando die Katakomben und nimmt ihn fest.

Während "Interior Design" ganz Gondry war, so widmete er sich doch dem Leitthema Tokio. "Merde" hingegen wirkt zu deutlich wie ein Ego-Projekt von Carax, bei dem die Metropole nur zufällig Schauplatz ist. Das wäre zu verschmerzen, wenn die Story nicht so mühsam und unangenehm wäre. Das liegt mit an Denis Lavant, den ich nicht sonderlich gut leiden kann. Als Gnom ist er zwar ideal besetzt, doch lange zuschauen kann man diesem chargierenden Drecksmichel auch nicht, bevor man das Interesse verliert.

Was versucht Carax zu erreichen? Zum einen scheint er sich über japanische Monsterfilme im "Godzilla"-Stil lustig zu machen, zum anderen widmet er sich einmal mehr seinen Lieblingscharakteren - den Aussenseitern und Unangepassten. Doch während er das ungeheuer spannend finden mag, kann er sein Publikum damit nicht lange bei der Stange halten. "Merde" ist angenehm kurios, aber unangenehm verkünstelt und spätestens bei der Gerichtsverhandlung will man nur noch, dass der Mist endlich endet. Typisch Carax. Und das ist leider längst kein Kompliment mehr.

 

3) SHAKING TOKYO

Regie Bong Joon-ho
Darsteller Teruyuki Kagawa, Yu Aoi, Naoto Takenaka

Der Koreaner Bong Joon-hoo (The Host) widmet sich dem einem hikikomori (Teruyuki Kagawa), der sich seit zehn Jahren in seiner Wohnung verschanzt hat und abgeschieden von anderen Menschen lebt. Nicht einmal Fernsehen schaut er. Sein einziger Kontakt zur Aussenwelt sind die Lieferleute, die das Essen vorbeibringen. Eines Tages taucht ein Pizzamädchen (Yu Aoi) auf, das dem Einsiedler umgehend auffällt. Und als er ihr in die Augen schaut, erschüttert ein Erdbeben seine penibel aufgeräumte Wohnung. Er ist hin und weg. Und macht sich bald darauf auf die Suche nach ihr.

Das Thema der hikikomori liefert immer wieder spannenden Stoff, sei es für ein Drama, eine Komödie, eine Sozialstudie oder einen Horrorfilm. Hier geht Bong den tragikomischem Weg und inszenierte damit den besten Beitrag des Episoden-Werks. Alles beginnt durchaus glaubhaft und nachvollziehbar, die Darstellung des Einsiedlers sorgt für Schmunzeln und macht Angst, weil es solche Menschen wirklich gibt. Mit dem Auftauchen der süssen Yu Aoi (Welcome to the Quiet Room) verwandelt sich der Film in ein subtiles Märchen. Doch auch dabei bleibts nicht, denn sobald unser Held, gespielt vom vielbeschäftigten Nebendarsteller Teruyuki Kagawa, sein Haus verlässt, nimmt "Shaking Tokyo" einen postapokalyptischen und subversiven Touch an. Doch seht selbst ...

Bong filmt die Story mit Raffinesse und Abwechslungsreichtum, der Film wirkt kauzig und mysteriös, wenn auch nie sonderlich packend. Zum Highlight von "Tokyo!" reicht es dennoch, auch weil die Konkurrenz nicht überragend stark ist. Vor allem "Merde" fällt gehörig ab, weil Leos Carax' prätentiöse Regie nicht viel taugt. Zwei solide Episoden gegen eine schlechte - das ergibt immerhin noch Mittelmass. "Tokyo!" ist sicherlich kein toller Episodenfilm, fällt gegenüber dem facettenreicheren "Paris je t'aime" sogar etwas ab. Doch die Kurzfilme von Gondry und Bong lohnen sich halbwegs, weshalb der Film als Ganzes immerhin eine leise Empfehlung bekommt. Ganz leise.

 

MEINE DVD
Korea, Code 3, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Japanisch 5.1 und 2.0 mit englischen und koreanischen Untertiteln.

 

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YesAsia (Liefert aus HK)

 

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SCREENSHOTS

Screenshots der DVD mit PowerDVD 8, verkleinert und leicht geschärft mit CorelPaint


 

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