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Liebesdrama. Indien. Hindi
Alternativer Titel -

Regie Afzal Khan
Drehbuch Afzal Khan, Robin Bhatt nach einer Story von Rumi Jaffery
Produktion Afzal Khan
Songs Ishmail Darbar
Kamera Ashok Mehta
Choreografie Saroj Khan, Raju Khan, Ganesh Acharya, Baba Yadav
Darsteller Ajay Devgan, Manisha Koirala, Sanjay Dutt, Bindu, Himani Shivpuri,
Reema Lagoo, Asrani, Kader Khan, Annu Kapoor, Razak Khan, Mushtaq Khan
Länge 170 Min.

Kinostart 11.7.2008
Box office classification
Flop
Molodezhnaja Altersempfehlung o. A.

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik

©  Text Marco, molodezhnaja 2.9.08
©  Bilder Eros Entertainment, Screenshots molodezhnaja


STORY
Der Maler Karan (Ajay Devgan) hat Visionen von einer Frau. Sie wird nicht nur zum Dauermotiv in seinen Bildern, sondern auch zu seiner Traumfrau
schlechthin. Da erblickt er sie eines Tages unerwartet am Flughafen. Sie heisst Payal (Manisha Koirala) und gleicht der Frau aus seinen Träumen aufs Haar. Im Nu ist es um Karan geschehen: Er ist verliebt. Doch Payal lässt sich nicht umgarnen und blockt den Verehrer immer wieder ab, selbst ihr Onkel Sahid (Kader Khan) kann sie nicht zu einer Liebschaft bewegen. Nun erst rückt die junge Frau den Grund dafür heraus: Sie wurde von einem Mann übel ausgenutzt. Sein Name ist Shravan Dhariwal (Sanjay Dutt). Der steinreiche Playboy wollte Payal, als sie noch Varsha hiess, ins Bett bekommen. Da sie sich weigerte, hielt er bei ihrem Vater um ihre Hand an und überredete sie tatsächlich zu einer Verlobung - nur um sie nach der darauf folgenden zu schlagen und zu erklären, dass er lediglich mit ihr schlafen wollte. Die Verlobung war eine Farce. Varsha tauchte unter und nahm den Namen Payal an. Kann Karan sie wieder davon überzeugen, dass es wahre Liebe gibt?

 

REVIEW
Bollywood erstaunt immer wieder. Regisseur und Produzent Afzal Khan hat im Jahr 1995 mit den Vorbereitungen zu seinem Magnum Opus "Mehbooba" begonnen, sie 1999 begonnen, mehrfach unterbrochen und Anfang des neuen Jahrtausends die Sache abgeblasen. Erst 2007 erweckte er das Projekt wieder zum Leben, drehte ein paar kurze Szenen nach und brachte den Film ins Kino. Natürlich floppte er, denn in Bollywood gilt schnell etwas als antiquiert und veraltet, in dem nicht die vermeintlich angesagtesten Schnitt- und Kameratricks zum Einsatz kommen. Doch gerade im Umfeld möchtegern-moderner Machwerke wie Cash oder Race birgt ein derart altmodischer Film durchaus seinen Reiz.

Die Negativposten sind dennoch heftig. So leidet "Mehbooba" an einer gravierenden Überlänge von fast drei Stunden, die Songs sind bestenfalls oberes Mittelmass und es gibt viel zu viele davon, die Handlung ist vergleichsweise simpel, das Finale funktioniert nicht richtig, die sechs (!) langen Danksagungen am Anfang nerven und die Continuity-Fehler reissen immer wieder aus der Handlung. Vor allem Sanjay Dutt sieht in einigen Szenen markant anders aus als im Rest des Films, auch Ajay veränderte sich stark. Obwohl es nur ganz wenige Sequenzen sind, bei denen die Schauspieler im heutigen Look zu sehen sind, so fallen sie doch auf. Zugute halten muss man Afzal Khan, dass er mit Hilfe von geschickter Montage dieses Problem beinahe kaschiert. Dafür, dass so viele Jahre zwischen einzelnen Szenen verstrichen sind, wirkt "Mehbooba" erstaunlicherweise fast aus einem Guss.

Nur das alleine rettet ihn ja nicht. Auch nicht Sanjays Mut zur Arschloch-Rolle. Auch nicht die aufwendigen Choreographien. Oder die soliden Schauspieler. Dem Film hängt eben nicht nur das Etikett "veraltet" an, er leidet auch unter Formelhaftigkeit und Vorhersehbarkeit, etwas, was ihm auch in den späten 90ern zum Verhängnis geworden wäre. So richtig mit reisst das Werk deshalb nie. Es unterhält passabel, hat ein paar gelungene Momente, nur reicht das nicht, um drei Stunden zu fesseln. Dies liegt sicher auch daran, dass die Charaktere kalt lassen: Sanju verkörpert einen ziemlich widerwärtigen Macho und wenn er später im Film einen Charakterwandel durchmacht, so will ihm dies trotzdem keine Sympathie einbringen. Sicher auch, weil er Manisha Koirala in mindestens drei Szenen beinahe genüsslich ohrfeigt.

Ajay wächst einem derweil auch nicht richtig ans Herz und ein paar Entscheidungen gegen Schluss wirken aufgesetzt. Höchstens Manisha Koirala bleibt in der "Opferrolle" ein sicherer Wert. Auch sie muss sich ein paar Klischees hingeben, tut dies aber mit Würde. Die Chemie im Trio kann aber auch sie nicht retten. Und weil so das emotionale Zentrum des Films wenig Feuer birgt, kann "Mehbooba" auch nie die Gefühle richtig anheizen. Er bleibt konstruiert, ein Film aus der Bollywood-Retorte. Dieses Gefühl wird durch die Hintergrundmusik noch gesteigert, die Beethovens "Für Elise" ebenso gerne anspielt wie Kompositionen, die abwechselnd an Klänge aus "Gladiator" und "Lifeforce" erinnern.

So richtig böse kann man "Mehbooba" trotz allem nicht sein. Schliesslich haben Bollywood-Fans schon so manches Machwerk über sich ergehen lassen müssen, bei dem sich der Dreh über die Jahre dahin zog und das Endprodukt vor lauter Continuity-Problemen kaum mehr anzuschauen war. Hier ist das anders und das bringt Bonuspunkte. Ebenso die üppige Inszenierung, die soliden Stars und eben dieses Gefühl, dass man lange auf "typisches" Bollywood-Kino warten musste - hier zu bewundern inklusive Schwelgereien auf österreichischen Bergwiesen. Und wenn all das noch nichts nützt, dann vielleicht die Szene, in der Sanjay und Ajay zusammen in der Badewanne plantschen. Ein Anblick, wie man ihn nicht jeden Tag geboten bekommt. Vielleicht besser so. Auch einen Film wie "Mehbooba" gibt es heute nur noch selten. Besser so? Ich für meinen Teil mag ab und zu einen altmodischen Schinken ganz gern - selbst wenn er nicht das Rad neu erfindet.

 

SONGS
1) Khwabon Ki - Solides Titellied mit 90er-Flair (Udit Narayan
)
2) Dilruba - Schöner Rhythmus, wenn auch unspektakulär (
Udit Narayan)
3) Kuchh Kar Lo I, II und III - Schöner Gesang in der ersten Version, später passabel und noch mehr 90er-Routine (
Sonu Nigam, Kavita Subramanyam, Shankar Mahadevan)
4) Tu Meri Mehbooba - Auf Gesang ausgelegtes 08/15-Stück (
Udit Narayan)
5) Yaar Tera Shukriya - Kurze Wehmut-Ballade (
Alka Yagnik, Udit Narayan)
6) Babuji - Bunte, schwungvolle Nummer (
Alka Yagnik)
7) Deewana - Der Gesang wirkt anfänglich gejault, später wird das Lied besser (
Aslam Sabri, Sukhwinder Singh, Sonu Nigam take over)

 

MEINE DVD
Eros Entertainment (USA), Code 0, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Hindi 5.1 und 2.0 mit englischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * * ½ (Starke Verpixelungen und Unschärfen. Schlechtes Interlacing. Farbgebung solide)

 

BESTELLEN 
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EXTERNE REVIEWS 
imdb

Bollywood Hungama (2/5)

 

SCREENSHOTS

 


 

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