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Thriller. Indien. Hindi
Alternativer Titel Hide and Seek

Regie Shawn Arranha
Drehbuch Apoorva Lakhia, Suresh Nair, Ritesh Batra nach einer Story von Apoorva Lakhia
Produktion Apoorva Lakhia, Laxmi Singh
Songs Gouruv Dasgupta, Chirantan Bhatt
Kamera Srikanth Naroj
Choreografie Rajiv Goswami
Darsteller Purabh Kohli, Arjan Bajwa, Mrinalini Sharma, Sameer Kochhar, Arjan Bajwa,
Ayaz Khan, Amruta Patki, Pavail Gulati, Alok Batra, Shweta Varma, Mohit Dutta
Länge 101 Min.

Kinostart 12.3.2010
Box office classification
Desaster
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 16

 

Humor Spannung Action Gefühl Anspruch Erotik
. . . .

©  Text Marco, molodezhnaja 12.4.10
©  Bilder MoserBaer, Screenshots molodezhnaja


STORY
Om, Abhi, Jaideep, Imran, Gunita und Jyotika verbringen Weihnachten zusammen. Doch ihre fröhliche Party gerät ausser Kontrolle und es kommt unter den jungen Menschen zu einem Drama. 12 Jahre später stehen alle von ihnen mehr oder weniger fest im Leben. Sie haben die Ereignisse von damals verdrängt. Da kriegen sie alle eine Nachricht, die sie schlagartig wieder mit jener Nacht konfrontiert. Und kurz darauf werden alle sechs betäubt. Sie wachen in einem verriegelten Supermarkt auf. Ein als Nikolaus verkleideter Mann meldet sich und erklärt, er habe jedem ein Schmerzgerät eingebaut, das aktiviert wird, wenn sie nicht mitspielen. Und so bleibt dem traumatisierten Om (Purab Kohli), seiner Freundin Jyotika (Mrinalini Sharma), dem Schauspieler Imran (Ayaz Khan), dem koksenden Schnösel
Abhi (Sameer Kochhar), dem launigen Jaideep (Arjan Bajwa) und der hübschen Gunita (Amruta Patki) nichts anderes übrig, als nach Santas Pfeife zu tanzen.

 

REVIEW
Wenn ein Film einsteigt wie "Hide & Seek", dann ist man auf das Schlimmste gefasst: Wir kriegen eine hyperschnelle und kaum zu entschlüsselnde Montage geboten, die uns unbekannte und schlecht agierende Schauspieler in einer nicht weiter definierten Extremsituation zeigt. Es ist die Schlüsselszene aus der Vergangenheit, auf die der Film immer wieder zurückkommt - und wir haben nichts davon kapiert. Wie also kann man eine ganze Story an einem Ereignis aufhängen, das absolut keinen Sinn macht? Das ist erzählerisch nicht gerade der Knüller. Es kann funktionieren, wenn in der Vergangenheit geschickt Hinweise gestreut werden. Aber nicht so wie hier, wenn die Szene wirr ist und jede neue Rückblende nur neue Fragen aufwirft.

Kommt dazu, dass die Schauspieler in der Vergangenheit nicht dieselben sind wie in der Gegenwart. Und dass die Castingagentur sich nicht die Mühe gemacht hat, Akteure zu suchen, die sich wenigstens ein bisschen ähneln. Somit sieht jeder in der Vergangenheit komplett anders aus als in der Gegenwart. Das ist gaga, zumal es nicht so schwer gewesen wäre, die "alten" Schauspieler etwas jünger zu schminken - und voilà. Aber nein, "Hide & Seek" will es uns unbedingt so kompliziert wie möglich machen. Ein frustrierendes Unterfangen.

Und dieses Rückblendenproblem ist keinesfalls das einzige. Es gibt noch weitere, angefangen bei der uninspiriert aus Hollywood-Vorbildern wie "I Know What You Did Last Summer" zusammengeschusterten Plot. Er mag keine direkte Kopie sein, doch jedes Element wirkt dennoch recykliert. Was solls, so lange es spannend ist? Gutes Argument, nur leider ist der Film nicht sonderlich fesselnd. Regiedebütant Shawn Arranha verlässt sich zu oft auf plumpe akustische Schockeffekte, schnelle Schnitte und sonstigen Firlefanz, um Suspense zu erzeugen. Doch die Mittel sind plump, der Nutzen mässig.

Völlige Langeweile kommt, und das kann man dem Werk zugute halten, selten auf. Es ist relativ kurz, die Supermarkt-Szenerie ist angenehm neu für einen Bollywood-Film und selbst wenn man nie alles richtig kapiert, so will man doch wissen, wer oder was denn hinter diesem sadistischen Spiel steckt. Aufpeppen liesse sich dies noch, wenn auch tatsächlich mal jemand verrecken würde. Es geht zu lange, bis jemand ernsthaft in Gefahr schwebt - als wolle Arranha seine Akteure auf keinen Fall der Schmach eines Filmtods aussetzen. Irgendwie eine doofe Denkweise, schliesslich schauen wir uns einen Thriller mit Horror-Einschlag an. Da darf auch mal geschlitzt, geschossen und gestorben werden.

Die Akteure sind denn auch keineswegs so stark, dass man sich wünschen würde, sie blieben am Leben. Alle agieren solide, mehr nicht. Purabh Kohli (Rock On!!), Arjan Bajwa (Fashion), Mrinalini Sharma (Showbiz) & Co. - von allen Erwachsenen kommt Brauchbares, aber Unspektakuläres. Ähnliches liesse sich auch vom Soundtrack sagen, dessen Songs nicht besonders viel hergeben. Das einzige, was wirklich überzeugt, ist die Inszenierung. Arranha arbeitet mit simplen, aber effektiven Kameraeinstellungen und nutzt die Szenerie des Einkaufszentrums voll aus: funkelnder Tannenbaum, vollgestopfte Läden, menschenleere Toiletten. Zudem kennt er die Genre-Klischees bestens und hetzt seine Protagonisten alleine in Räume, lässt den Bösewicht plötzlich auftauchen. Gewohntes Zeug eben, aber ganz nett.

Dass "Hide & Seek" technisch sehenswert ist, liegt auch daran, dass die treibende Kraft als Autor und Produzent der erfahrene Regisseur Apoorva Lakhia (Mission Istaanbul, Shootout at Lokhandwala, Ek Ajnabee) ist. Arranha war mehrere Jahre dessen Regieassistent. Der Zögling hat gut gelernt und vom Mentor zum Glück nicht die penetrante Stilwichserei übernommen. Nein, Arranhas Werk sieht sogar reifer aus als die hyperstilisierten Lakhia-Filme. Doch der hübschen Verpackung zum Trotz: Den Film muss man nicht gesehen haben. Er spult eine Routinegeschichte blutleer runter, verpackt Klischees und Glaubwürdigkeitsdefizite in ein passables Thrillerkleid. Für Bollywood-Verhältnisse durchschnittlich, im internationalen Vergleich aber nur TV-Niveau. Mit 2½ bin ich also gnädig.

 

SONGS
1) Kaise Jiyun - Schön gesungenes, sanftes Stück (Krishna).
2) Hide & Seek - Drogenlied, nicht wirklich gut, aber passend zu der Filmstelle (Suraj Jagan).
3) Maula - Rockig beschwingte Nummer, die direkt in den nächsten Song übergeht (Suraj Jagan).
4) Friday Night - Etwas mühsamer Punjabi-Dico-Track (Sarim Momin).

 

MEINE DVD
MoserBaer (Indien), Code 0, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Hindi 5.1 und 2.0 mit englischen und arabischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * * ½ (Scharfes Bild mit nur eichtem Rauschen - aber alle paar Minuten wird gut sichtbar Werbung eingeblendet.)

 

BESTELLEN 
Induna (Liefert aus IND)


 

EXTERNE REVIEWS 
imdb.com

Bollywood Hungama (3/5)

 

SCREENSHOTS

Screenshots der DVD mit TotalMedia Theatre 3, verkleinert und leicht geschärft mit CorelPaint


 

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